PV-Förderung 2026: Was Hausbesitzer und Gewerbe jetzt wissen sollten
Eine Photovoltaik-Anlage ist eine der wenigen Investitionen, die sich in den letzten Jahren trotz steigender Preise fast durchgehend gelohnt haben. 2026 kommt allerdings ein wichtiger Punkt hinzu: Die Rahmenbedingungen könnten sich ab 2027 spürbar ändern. Wer plant, sollte deshalb genau wissen, was aktuell gilt — und warum Tempo gerade jetzt ein Vorteil sein kann.
Die drei wichtigsten Förderbausteine 2026
0 % Mehrwertsteuer. Seit 2023 gilt für Kauf und Installation von PV-Anlagen bis 30 kWp ein Umsatzsteuersatz von null Prozent — Module, Wechselrichter, Speicher, Verkabelung, Montage und Planung eingeschlossen. Diese Regelung ist unbefristet und gilt auch 2026 unverändert. Bei einer typischen Anlage mit Speicher für rund 20.000 Euro entspricht das einer Ersparnis von etwa 3.000 bis 3.500 Euro — ganz ohne Antrag, da der Installateur die Rechnung automatisch ohne Mehrwertsteuer ausstellt.
Einspeisevergütung. Seit dem 1. Februar 2026 liegt die gesetzlich garantierte Vergütung für neue Anlagen bis 10 kWp bei 7,78 Cent pro kWh bei Teileinspeisung und rund 12,3 Cent bei Volleinspeisung. Diese Sätze sinken alle sechs Monate leicht, sind nach Inbetriebnahme aber für 20 Jahre festgeschrieben. Wer 2026 ans Netz geht, sichert sich also zwei Jahrzehnte Planungssicherheit zu den heutigen Konditionen.
KfW-Kredit 270. Über das Programm „Erneuerbare Energien – Standard“ lässt sich die gesamte Investition — Anlage, Speicher, Wallbox — zinsgünstig finanzieren. Der Antrag läuft zwingend über die eigene Hausbank und muss gestellt werden, bevor ein Kaufvertrag unterschrieben wird. Wichtig zu wissen: Für kleinere Privatanlagen ist der Zinsvorteil gegenüber regulären Bankkrediten inzwischen oft gering, ein Vergleich lohnt sich.
Regionale Zuschüsse: ein Blick lohnt sich
Auf Bundesebene gibt es aktuell keinen klassischen Investitionszuschuss mehr. Dafür bieten einige Bundesländer und viele Städte und Gemeinden eigene Programme — teilweise kombinierbar mit den Bundesförderungen. Die Verfügbarkeit ist allerdings oft budgetbegrenzt und ändert sich häufig. Für Schleswig-Holstein und deine Kommune lohnt sich daher immer ein aktueller Check, bevor du planst.
Warum 2026 ein besonderes Jahr ist
Das Bundeswirtschaftsministerium plant, die feste Einspeisevergütung für neue kleine PV-Anlagen ab 2027 zu reformieren. Der ursprüngliche Entwurf sah eine komplette Streichung vor — nach scharfer Kritik aus der Branche hat das Ministerium am 17. Juli 2026 eine entschärfte Fassung vorgelegt: Statt ersatzlosem Wegfall soll es für Neuanlagen ab dem 1. Januar 2027 eine auf 36 Monate befristete Übergangsvergütung geben (nach aktuellem Entwurf ca. 5,2 ct/kWh), ergänzt um einen möglichen Direktvermarktungsbonus für bis zu vier Jahre bei Anlagen unter 25 kWp. Ein Kabinettsbeschluss wird für Ende Juli 2026 erwartet, ist aber noch nicht offiziell bestätigt — der Entwurf ist weiterhin kein verabschiedetes Gesetz.
Fest steht: Wer seine Anlage bis Ende 2026 in Betrieb nimmt, sichert sich die heutige, garantierte Einspeisevergütung für die vollen 20 Jahre — unabhängig davon, wie die Reform am Ende ausfällt. Der Bestandsschutz nach § 100 EEG gilt unabhängig von künftigen Gesetzesänderungen; in der gesamten Geschichte des EEG wurde eine einmal zugesagte Bestandsförderung noch nie rückwirkend gestrichen.
Ein häufiges Missverständnis vorab: Im Netz kursiert hartnäckig die Behauptung, die 0-%-Mehrwertsteuer auf PV-Anlagen laufe Ende 2026 aus und ab 2027 würden wieder 19 % fällig. Das Bundesfinanzministerium hat dazu in seinem offiziellen FAQ klar Stellung bezogen: Die Regelung ist nicht zeitlich befristet. Diese Ersparnis bleibt also unabhängig vom Zeitpunkt deiner Anschaffung bestehen.
Lohnt sich eine PV-Anlage trotzdem noch?
Ja — und zwar unabhängig von der politischen Entwicklung. Der Grund: Die Wirtschaftlichkeit einer Anlage hängt heute viel stärker vom Eigenverbrauch ab als von der Einspeisevergütung. Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart dir aktuell rund 30 bis 35 Cent Netzbezug — deutlich mehr, als du für eingespeisten Strom bekommst. Mit einem Batteriespeicher lässt sich die Eigenverbrauchsquote von rund 30 Prozent auf 55 bis 70 Prozent steigern, was die Amortisationszeit oft auf 10 bis 13 Jahre verkürzt. Bei einer üblichen Lebensdauer von 25 Jahren oder mehr bleiben danach viele Jahre nahezu kostenloser Strom.
Was du jetzt konkret prüfen solltest
- Regionale Förderprogramme deiner Stadt oder Gemeinde recherchieren, bevor du ein Angebot einholst
- Mehrere Angebote vergleichen — mindestens drei, idealerweise mit und ohne Speicher gerechnet
- Eigenverbrauch realistisch einschätzen, statt nur auf die Einspeisevergütung zu schauen
- Zeitpunkt der Inbetriebnahme im Blick behalten, wenn du von der aktuellen 20-Jahres-Vergütung profitieren willst